Reflektor | Mantar

Mantar – Seht ihr euch als Popband?

Reflektor | Mantar

Eine Band wie ein Axtschlag: Mantar. Der Konsum ihrer Musik beschert Jan Müller eine innere Reinigung. Sehr erstaunlich ist, dass Mantar ihre außerordentliche Energie entfalten, obwohl sie nur zu zweit sind. Empörenderweise ohne Bassgitarre, findet Jan – und dennoch ungemein groovig! Mantar sind wie ein Kuckucksei in der Metalwelt. Sie sind punkig und trotz aller musikalischen Brutalität durch und durch Pop. Und sie scheinen von konzeptioneller Stimmigkeit besessen zu sein. Sie veröffentlichten dieser Tage ein Cover-Album mit dem Titel „Grungetown Hooligans II“ welches ganz anders klingt als alles, was wir bisher von ihnen hörten. Viele Gründe für Jan, sich mit Hanno Klänhardt und Erinç Sakarya ausführlich zu unterhalten. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß beim Gespräch und verweisen wie immer auf die dazugehöre Spotify-Playlist! Übrigens: Da weder Blut+Eisen noch A+P bei Spotify vorhanden sind, einigten sich Jan, Hanno und Erinç ersatzweise auf Toxoplasma.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Christoph Eisenmenger

Reflektor | Thees Uhlmann - Was bedeutet Erfolg für dich?

Thees Uhlmann – Was bedeutet Erfolg für dich?

Reflektor | Thees Uhlmann - Was bedeutet Erfolg für dich?

Thees Uhlmann wurde 1974 in Hemmor in Nordeutschland geboren und gründete dort bereits 1987 seine erste Band. Seit 1994 trug diese den Namen Tomte. Tomte veröffentlichten zwischen 1998 und 2008 fünf Alben. Seit 2011 ist Thees als Solokünstler aktiv. Sein drittes Album mit dem Titel „Junkies und Scientologen“ erschien im September 2019. Neben der Musik schreibt Thees Bücher, darunter den Bestseller-Roman „Sophia, der Tod und ich“. Außerdem ist er Mitbetreiber des Hamburger Indielabels „Grand Hotel van Cleef“. Jan Müller und Thees Uhlmann kennen sich bereits seit über 20 Jahren. In gemeinsamen Hamburger Tagen waren sie eine zeitlang eng befreundet. Thees war Ende der 90er Jahre Roadie und Fahrer von Jans Band Tocotronic und davon handelt auch das erste Buch von Thees, „Wir könnten Freunde werden“. Im Gespräch lassen die beiden die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Es gibt auch zu dieser Folge wieder eine Playlist bei Spotify für euch! Viel Spaß!


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Ingo Pertramer

Reflektor | Sascha Utech - Warum willst du nicht von deiner Musik leben?

Sascha Utech (Swutscher) – Warum willst du nicht von deiner Musik leben?

Reflektor | Sascha Utech - Warum willst du nicht von deiner Musik leben?

Jan Müller hat sich bereits vor einiger Zeit in seinem Podcast als Fan von Swutscher zu erkennen gegeben. Nun hatte er Sascha Utech, Sänger, Gitarist und Songwriter der Band, zu Gast. Die 2014 gegründeten Swutscher veröffentlichten bisher ein Album und drei EPs. Ihre Musik ist eine sehr eindringliche Mischung aus Indie, Country, Rock und Folk. Saschas Texte, die er manchmal mit schnarrender, manchmal mit zerbrechlich-sanfter Stimme sind entweder appellativ-exzessiv, melancholisch oder beissend-politisch. Im Gespräch zwischen Jan und Sascha geht’s um das Leben auf dem Land, die Vereinbarkeit von Musik, Job und Familie und natürlich über Saschas Band, seine Texte und seine Musik. Es gibt auch zu dieser Folge wieder eine Playlist bei Spotify für euch! Viel Spaß!


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Jan Müller

Reflektor | Wie gehen Musiker*innen mit der Corona-Krise um?

Reflektor Spezial – Wie gehen Musiker*innen mit der Corona-Krise um?

Reflektor | Wie gehen Musiker*innen mit der Corona-Krise um?

In dieser Spezial-Folge des Reflektor Podcasts präsentiert Jan Müller ein Stimmungsbild zur Corona-Krise aus der Perspektive von Musikschaffenden. Zu hören sind ehemalige und zukünftige Reflektor-Gäste, die mit Statements und persönlichen Eindrücken ihre Lage schildern. Mit dabei sind Mille Petrozza, Bill Kaulitz, Annette Benjamin, Sarah Maria Sun, Panik Panzer und Stephan Mahler. Außerdem kommen Thees Uhlmann und Sascha Utech zu Wort, deren Interviews Jan bereits aufgezeichnet hat. Hanno Klänhardt von der Band Mantar, dessen geplantes Interview, verschoben werde musste, hört ihr ebenfalls in dieser Folge. Zum Schluss gibt’s außerdem noch den neuen Tocotronic Song „Hoffnung“ für euch! Viel Spaß!


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Selfies / Viertausendhertz

Reflektor | Stephan Mahler

Stephan Mahler – Was trieb Dich in so viele unterschiedliche Bands?

Reflektor | Stephan Mahler

Für diese Folge kehrte Jan Müller in seine Geburtsstadt Hamburg zurück um Stephan Mahler zu treffen. Er spielte in vielen Bands, die Jan in seiner Jugend stark prägten. Stephan war Schlagzeuger und Songwriter der Punk-Bands Slime, Screamer und Torpedo Moskau. Er spielte zusammen mit dem legendären Jens Rachut bei Angeschissen, Kommando Sonne-nmilch und Oma Hans. Aber auch an der Gothic Band Mask For und an dem Industrial-Projekt Faith Healer war Stephan beteiligt. Außerdem sang er in der Post-Punk-Band George & Martha und musizierte gemeinsam mit dem viel zu früh verstorbenen Tobias Gruben in der Band Die Erde. Unbestritten ist Stephan Mahler einer zentrale Figur der Hamburger Punk- und Undergroundszene von den späten 70er Jahren bis heute. Momentan ist er übrigens Schlagzeuger in der Band Belgrad, Vater zweier Kinder und Inhaber eines renommierten Stoffgroßhandels. Über all das sprechen Jan und Stephan. Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören! Wie immer gibt es auch eine begleitende Spotify-Playlist zum Podcast.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Jan Müller

Durch die Gegend | Mit dem Musiker und Autor Hendrik Otremba in Recklinghausen

Mit dem Musiker und Autor Hendrik Otremba in Recklinghausen

Durch die Gegend | Mit dem Musiker und Autor Hendrik Otremba in Recklinghausen

Hendrik Otremba ist ein Multitalent. Er ist Sänger und Texter der gefeierten Postpunk-Band Messer, die gerade ihr viertes Album „No Future Days“ veröffentlicht hat. Er ist Schriftsteller, dessen zweiter Roman „Kachelbads Erbe“ im Feuilleton gut wegkam. Und er ist bildender Künstler, dessen Gemälde nicht nur Plattencover zieren. Hendrik ist geboren und aufgewachsen in Recklinghausen im Ruhrgebiet. Da hat er mit Christian Möller einen Spaziergang gemacht, der eine Erinnerung nach der anderen aus ihm hervorgeholt hat. Ein Gespräch über Klassenlehrerinnen, Autofahren mit 16, Prüfungsstress, Matschburger und den Tod.


Reflektor | Andi Meurer (Die Toten Hosen) | Wie fühlen sich 38 Jahre Bandleben an?

Andi Meurer (Die Toten Hosen) – Wie fühlen sich 38 Jahre Bandleben an?

Reflektor | Andi Meurer (Die Toten Hosen) | Wie fühlen sich 38 Jahre Bandleben an?

Jan Müller spielt seit 27 Jahren Bass in der Rockband Tocotronic. Ihn hat interessiert, zu ergründen, wie es eigentlich anderen Musikern geht, die in ähnlicher Position sind. Andi Meurer, Bassist und Gründungsmitglied der Toten Hosen ist was Banderfahrung betrifft Jan noch um einige Jahre voraus. Seit 38 spielt er in einer Band, die aus der Punkszene kommend einen Weg in ungeahnte Höhen nahm und nun seit vielen Jahren zu den populärsten deutschsprachigen Gruppen zählt. Wie sich das Leben nach fast 40 Jahren mit einer Band anfühlt und natürlich auch alles Weitere, was die Toten Hosen und Musik betrifft, haben Jan Müller und Andi Meurer in dieser Podcast-Episode besprochen. Bei Spotify gibt es wie immer eine begleitende Playlist zum Podcast.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Flickr / opethpainter (CC BY 2.0)

Reflektor | Annette Benjamin (Hans-A-Plast) | Kann Musik die Welt verändern?

Annette Benjamin (Hans-A-Plast) – Kann Musik die Welt verändern?

Reflektor | Annett Louisan | Was macht die Bühne mit dir?

Annette Benjamin ist eine Ikone der deutschsprachigen Punk- und Rockmusik. Mit ihrer Band Hans-A-Plast lieferte sie Ende der 70er Jahre einen Aufschrei und zerriss mit ihrer starken Präsenz und Songs wie „Rock‘n‘Roll Freitag“, „Lederhosentyp“ oder „Hau ab, Du stinkst“ das Korsett weiblicher Bravheit. Annette Benjamin gelang es mit Hans-A-Plast, feministische Themen ohne Zeigefinger in ihre Musik zu integrieren. Sexualität war ein wichtiges Sujet für die Band aber sie waren nie sexistisch, sie waren eine Befreiung von Verklemmungen für sich selbst und für ihre Hörerinnen und Hörer. Nach über 35 Jahren blickt Annette Benjamin im persönlichen Gespräch mit Jan Müller zurück auf die Anfänge der Punkbewegung, die sich ändernde Rolle der Frau und die Kraft emanzipatorischer und feministischer Bewegungen in der Musik.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Tim Hackemack

Durch die Gegend | Monchi (Feine Sahne Fischfilet)

Monchi (Feine Sahne Fischfilet)

Durch die Gegend | Monchi (Feine Sahne Fischfilet)

Dreißig Jahre ist es her, dass in Berlin die Mauer geöffnet wurde. Die blühenden Landschaften, die den Bürgern damals versprochen wurden, sind nicht entstanden. Was ist passiert? Was ist seitdem schiefgelaufen, dass die AfD nun gerade im Osten so hohe Ergebnisse einfahren kann? Und wo gibt es Ansätze der Gesellschaft, sich gegen den Rechtsruck zur Wehr zu setzen?

Durch die Gegend ist im Herbst 2019 für mehrere Folgen in Ostdeutschland unterwegs. Diesmal mit Jan Gorkow, besser bekannt als „Monchi“ von der Band Feine Sahne Fischfilet. 1987 in der Kleinstadt Jarmen im äußersten Nordosten des Landes geboren, gehört er zur ersten Generation, die im Osten aufgewachsen ist, für die die DDR kaum noch eine Rolle gespielt hat. Und er gehört zu denen, die sich seit Jahren gegen den Rechtsruck engagieren. Das tut er zusammen mit seiner Band auch in seiner Heimatregion Mecklenburg-Vorpommern. Mit „Wasted in Jarmen“ veranstaltet sie jedes Jahre ein Festival in Jarmen „op n Dörp“, wie er auf Platt sagt. Da hat ihn Christian Möller besucht.


Credits
Musik:

Musik (Feine Sahne Fischfilet):

„Alles auf Rausch“, „Angst frisst Seele auf“„Niemand wie ihr“ vom Album „Sturm und Dreck“ (2018)
„Wut“ vom Album „Bleiben oder Gegen“ (2015)
„Geschichten aus Jarmen“ vom Album „Scheitern und Verstehen“ (2012)

Musik:
Birocratic – prismatic (CC BY)

Birocratic – round 1 (CC BY)

Birocratic – ergo (CC BY)

Foto: Andreas Hornoff

Reflektor | Frank Z (Abwärts) | Darf Punk erfolgreich sein?

Frank Z (Abwärts) – Darf Punk erfolgreich sein?

Reflektor | Frank Z (Abwärts) | Darf Punk erfolgreich sein?

Frank Z wurde 1957 in Hamburg geboren. Neben seiner 40-Jährigen Mitgliedschaft in der Band Abwärts war er eine der Schlüsselfiguren der frühen Hamburger Punk-Szene. Z ist seit 1979 Sänger, Texter und Gitarrist von Abwärts und das einzige noch in der Band verbliebene Gründungsmitglied. Schon das erste Album enthielt den hellsichtigen Hit „Computerstaat“. Bis heute folgten 12 weitere reguläre Alben, darunter für die deutsche Populär-Musikgeschichte wichtige Tonträger wie „Amok Koma“ (1980), „Der Westen ist einsam“ (1982) und „Ich sehe die Schiffe den Fluss herunterfahren“ (1990). Das aktuelle Album “Smart Bomb” ist 2018 erschienen. „Mich fasziniert, wie es Frank Z gelang, mit Abwärts ein derart konsequentes Bandprojekt zu kreieren.“, sagt Reflektor-Host Jan Müller. Kein anderer deutscher Sänger verstehe es, den Ekel vor den allgemeinen Zuständen vergleichbar prägnant, sarkastisch und sexy auf den Punkt zu bringen. Ebenfalls auffällig: Das bei Abwärts von Beginn an hohe spielerische Niveau. Zunächst Punk- und Wave-Band mit avantgardistischen Einflüssen, berührte Z mit Abwärts über die Jahre auch die Genres Elektropop, Rock, Metal und Industrial.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Sonja Schermuly

Reflektor | Marian Gold (Alphaville)

Marian Gold (Alphaville) – Wie schreibt man einen Welthit?

Reflektor | Marian Gold (Alphaville)

Alphaville ist der seltene Glücksfall einer Pop-Band aus Deutschland – dem Land wo selbst Punk und Techno-Acts meist mehr nach Schlager als nach Pop klingen. Zwei Jahre nach Bandgründung wurden Alphaville 1984 mit ihrem Debütalbum „Forever Young“ zu Weltstars und Songs wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ wurden zu Hits und gehören bis heute zu international gefeierten Klassikern. Jan Müller spricht in der ersten Folge von Reflektor mit Marian Gold über die Anfänge der Band, den großen Erfolg und die außergewöhnlichen Wege, die Alphaville und Marian Gold kreativ und menschlich bis heute beschreiten.


Credits
Moderation & Interview: Jan Müller
Redaktion: Jan Müller & Viertausendhertz
Produktion: Viertausendhertz
Intro/Outro-Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias
Foto: Ralph Bemba

Reflektor | Ein Podcast mit Jan Müller von Tocotronic

Teaser (Start am 5.8.19)

Reflektor | Teaser (Start am 5.8.19)

Darf Punk erfolgreich sein? Wie passen Pop und Wahrhaftigkeit zusammen? Was geschieht nach der Verwandlung zum Weltstar? In „Reflektor“ führt Jan Müller substanzielle Gespräche mit Musiker*innen und reflektiert das Leben und Werk seiner Gäste. Das Talkformat setzt sich bewusst von dem üblichen Frage-Antwort-Schema eines Interviews ab und sucht das persönliche Gespräch.

Jan Müller ist seit über 25 Jahren Mitglied der Band Tocotronic. Er ist mit dem Format des Interviews bestens vertraut und kann sich als Fragender gut in die Perspektive seiner Gäste hineinversetzen. Die persönliche Auswahl seiner Gesprächspartner*innen bildet die Grundlage für authentische Gespräche, die stets von Interesse und Respekt geprägt sind. Mit “Reflektor” startet Jan seinen ersten Podcast. Die erste Folge erscheint am 5.8.19. Zu Gast ist Marian Gold, Sänger und Mitgründer der Band Alphaville.


Credits
Musik Reflektor: Jan Müller & Alexander Tsitsigias

Bild: Tina Zellmer

Durch die Gegend | Bernd Begemann

Bernd Begemann

Durch die Gegend | Bernd Begemann

Singer/Songwriter? Elektrischer Liedermacher? Troubadour? Was auch immer: Bernd Begemann macht es seit mehr als dreißig Jahren. Über 500 Songs hat er rausgebracht, hat an jeder Steckdose gespielt. Und die Hamburger Schule mitgegründet. Und zwar in Ostwestfalen-Lippe, in einem beschaulichen Kurort namens Bad Salzuflen. Dort hat er mit Christian Möller an einem heißen Sonntag einen Spaziergang gemacht. Ein Gespräch über Eis mit Sahne, Punkrock in der Fußgängerzone, ein Studio in einer Villa am Waldrand. Und die ungebremste Lust, immer noch jeden Tag weiterzumachen.


Fil

Er ist „der lustigste Deutsche der Welt“, schreibt die Berner Zeitung. Fil, bürgerlich, Philip Tägert, zeichnet Comics wie den legendären „Didi & Stulle“, unterhält auf der Bühne mit Songs über Prenzlauer-Berg-Eltern und Studenten, die ironisch Metal-T-Shirts tragen und schreibt Bücher. Autobiographische Romane wie „Pullern im Stehen“ über seine Pubertät im Märkischen Viertel und – gerade erschienen – „Mitarbeiter des Monats“ – über seine Zeit als Punk im Wedding inkl. Jobben bei McDonalds. Mit Christian Möller hat er einen Spaziergang im Wedding gemacht, Pommes im McDonalds am Ku’damm gegessen und dabei über Skateboardfahren und Selbstmordversuche, sportliche Punks in Cowboykostüm und Kleidchen, intolerante 80er und heitere Szene-Frauen, Zeichnen als Facebook und Tinder und darüber, wie er sich beinahe mal aus Versehen mit den Hells Angels angelegt hätte.

Hinweis: In diesem Podcast ist an einer Stelle von Selbstmord die Rede. Wenn Sie von Selbstmordgedanken betroffen sind, können Sie sich unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 anonym und 24 Stunden lang Hilfe holen. Das Angebot der Telefonseelsorge ist auch per Chat und E-Mail erreichbar. Die Berater dort haben schon vielen Menschen einen Ausweg aus schwierigen Situationen aufzeigen können.


Schorsch Kamerun

Schorsch Kamerun ist gern am Meer. Vielleicht, weil er hier zum ersten Mal die Sex Pistols hörte, „Anarchy in the UK“, für ihn damals die Initialzündung. Schorsch wurde einer der wenigen Punks, die es damals, in den 70ern, im spießigen Ostseebadeort Timmendorfer Strand gab. Irgendwann zog er nach Hamburg, gründete da die Band Die Goldenen Zitronen. Heute kennt man ihn außerdem als Theater- und Hörspielmacher. Und als einen der Betreiber des Golden Pudel Clubs in Hamburg. „Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens“, so heißt das Buch, das er jetzt veröffentlicht hat – halb Autobiographie, halb Roman. Mit Christian Möller hat er einen Spaziergang durch Timmendorfer Strand gemacht, vom alten Rathaus an den Strand, dann über die Seebrücke, wo sie früher Party machten, raus aufs Meer.


Niels Frevert

„Der Typ, der nie übt“ heißt einer seiner Songs. Könnte aber auch heißen „Der Typ, der für seine Alben so lange braucht, wie ein Eichhörnchen für eine Erdumrundung“. Das hat sein Freund, der Musikjournalist Tino Hanekamp über ihn geschrieben. Das stimmt leider. Als Fan ist man bei Niels Frevert gewöhnt zu warten, weil er irgendwann entschieden hat, dass er sich genau so viel Zeit nimmt, wie er braucht. Am Anfang seiner Karriere, mit seiner Band Nationalgalerie ging das nicht. Mit Songs wie „Evelin“ liefen sie damals als erste deutschsprachige Band auf MTV. Anfang, Mitte zwanzig war er da. Und rückblickend ging vielleicht alles ein bisschen schnell. Inzwischen hat er fünf Soloalben rausgebracht, Gitarrenpop mit wundervoll verspielten Texten und neuerdings auch mit üppigen Streicher- und Bläserarrangements, zuletzt auf „Das Paradies der gefälschten Dinge“. Christian Möller trifft sich mit ihm auf dem alten Schlachthofgelände in Hamburg, wo Niels Frevert sein Arbeitszimmer hat. Auf einem Spaziergang durchs Schanzenviertel erzählt er über gerissene Saiten auf Festivalbühnen, Begegnungen mit Udo Lindenberg, Einfluss durch Horrorfilme, Vorliebe für Motivtapete und osteuropäische Literatur und unkaputtbare Seefahrerromantik an den Landungsbrücken.