Identität und Souveränität – Christoph Engemann

Christoph Engemann | Planet B - Ideen für den Neuanfang

Staaten, also die Systeme, die uns regieren, sind konzeptionell im 17. und 18. Jahrhundert entstanden. Es sind Maschinen, die alle ihre bürokratischen Vorgänge entlang der medialen Möglichkeiten von bedrucktem Papier organisieren. Doch diese Papiermaschinen treffen heute auf den digitalen Medienwandel und auf einmal müssen Konzepte wie Identität und Souveränität neu verhandelt werden. Wie verändern sich Werte wie Freiheit und Privatautonomie unter diesen Bedingungen und gibt es sowas wie einen digitalen, liberalen Staat?

Über dieses Thema diskutiert Michael Seemann mit dem Medientheoretiker Christoph Engemann, der viel zu analoger und digitaler Identität, sowie der Medialität von Regierungspraktiken geforscht hat.

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Credits
Musik: unippm
Bild: Andreia C. Bickenbach

Ein Kommentar

  1. mspr0 Reply

    Hallo!

    Vielen Dank für den interessanten Podcast, ich mag das Format und die erfrischend neuen Diskussionen. Mich stört das „Zwischengefunke“ von Nicolas Semak auch nicht. Ich finde das im Gegenteil eigentlich immer ganz nett, zwischendurch noch einen Eindruck eines anderen „Hörers“ zu hören und das ist auch etwas besonderes an diesem Podcast.

    Inhaltlich würde ich anmerken, dass doch die staatliche, deklarative Identität in vielen Fällen auch auf einer relationalen Identität beruht. Die Leute heißen Bäcker, Engemann, Andersson und damit ist gewissermaßen ihre soziale Rolle schon in ihre deklarative Identität eingeprägt. Aus der Sicht hätte mich noch ein Vergleich zwischen der digitalen Realität und einer vorbürokratischen Gesellschaft interessiert. Wo gibt es Analogien, evtl. ähnliche oder verschiedene Probleme und Lösungen? Wie wurde Recht vor der bürokratischen Revolution durchgesetzt? Meinem Laienverständnis nach wurde vorher der Zugang zu gesellschaftlich relevanten Prozessen, Macht und das Rechtssystem vorwiegend mit dieser relationalen Identität begründet: Als Bauerssohn kann ich eine Bauerstochter heiraten, aber nicht die Prinzessin; Zugehörigkeit zur privilegierten Klasse ist im Zweifel hilfreich vor Gericht etc.

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